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1949
1960

Im Jahre elfhunderzwanzig ante Christum natum
da wollte es das unabänderliche Fatum,
daß Troja von den Griechen zerstört ward,
wie solches noch niemals erhört ward.
Wie dieses den Griechen gelang,
verkündet euch jetzo mein Sang.

Im Jahre elfhunderzwanzig ante Christum natum
da brachte der Paris den Achill mit List um.
Es streckte im Sterben die Glieder
der Held, ach so brav und so bieder:
drob gerieten die Griechen in Wut,
und solches tut niemals nicht gut!

Da schrieb Odysseus, der weltbekannte Schlaukopf
An Nestor, den mindestens ebenso oft erwähnten Graukopf:
"Ich bin noch immer, Freund, wiß es,
Der alte und kluge Ulysses.
Ich nehme die Troerstadt, bis 
drei Tage vergangen. Ulyss."

Es hatte nämlich Odysseus einen ganz prächtigen Einfall,
Der brachte sofort den Troern den diesbezüglichen Reinfall.
Es machte der schlaue Ithaker
zuschanden die trojanischen Racker.
Mit Hilfe der Geometrie
erfand er ein hölzernes Vieh.

"Hurra!" riefen die Troer, "fort sind nun endlich die Griechen!"
Aber am Strande, da ließen sie so Verschiedenes liegen.
Es schleppten die troischen Bauern
sich selber ihr Pech in die Mauern.
So sehr auch Laokoon schrie: 
"Ja die Dummen verringern sich nie!"

Des Nachts, beim Schein einer ganz kümmerlichen Laterne,
Des Mondes und einiger gänzlich unbedeutender Sterne -
Da entstiegen dem hölzernen Pferde
sämtliche Griechen von einigem Werte
Die öffnen den andern das Tor, 
meine Herren, wie kommt Ihn´n das vor?

Und als am Morgen die rosenfingrige Eos erwachte,
Da zeigte sich ihren erstaunten Blicken eine gänzlich
                      veränderte Lage der Sache.
Wo gestern noch Troja gestanden,
War nur noch Schutt und Asche vorhanden.
Drauf ackert dahin und daher
in Hexametern Papa Homer.

Text: Hans von Schubert (1879)
Musik: Verfasser unbekannt
aufgezeichnet von Wilhelm Cleff
in Die weiße Trommel (1934) ? Der Kilometerstein (1934)

Kindheit und Jugend

Geboren bin ich am 16. Juni 1946 in Flensburg, getauft wurde ich am 13. Oktober 1946 in der St. Nikolai-Kirche am Südermarkt. Aufgewachsen bin ich zusammen mit einer jüngeren Schwester im ehemaligen Sonderbereich Mürwik, in der Marinesiedlung, und zwar im Haus Twedterholz, jetzt Fördestr. 3. Wir spielten zusammen mit Susanne Nachtwey und Bianka Henkel, Michaela und Rainer Fuchs (Enkel von Werner Lindenau), Traute und Fritz W. Peter (Kinder von Karl Peter), Maren und Dörthe Krause. Ich war Kindergottesdienstkind (bei Karin Westphal und Botho Ruhfus), Jungscharler, Konfirmand, Mitglied der Jungen Gemeinde (bei Lothar Weihmann und Jürgen Pooch) und Kindergottesdiensthelfer in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Mürwik unter den Pastoren Johannes Diederichsen, Karl-Behrnd Hasselmann, Klaus Juhl und Karl Ludwig Kohlwage. Konfirmiert wurde ich am 25. März 1962 von P. K.-B. Hasselmann in der 1958 erbauten Christuskirche Mürwik.

Nach städtischem Kindergarten (bei Tante Marie und Tante Edith) in der Marine­sportschule (im ehemaligen Boxsaal, heute Simulator für die nautische Ausbildung) und Grundschule in Mürwik auf Empfehlung der Klassenlehrerin D. Kümpel (aufgrund eines Vortrags von Carlo Schmid über das humanistische Bildungsideal) 1957 Übergang zum Alten Gymnasium Flensburg (altsprachlicher Zweig; Klassenlehrer: J. Jensen, Dr. E. Cold, Dr. H. J. Frank, H. Hillmann, Dr. P. Harding). Abitur 1966. Motto:

Ἔρως διδάσκει, κἂν ἄμουσος ᾖ τὸ πρίν (Euripides, Steneboia)

Beeindruckend und bewegend: Karl May (1959: Hadschi Halef Omar), Elvis Presley, Marilyn Monroe, John F. Kennedy, The Beatles.

"Auch im Frieden schafft sich die Lust am Wettstreit der männlichen Arete Gelegenheit zur Be­währung im Kampfspiel, wie es die Ilias sogar in den kurzen Pausen des Krieges, in den Leichenspielen zu Ehren des gefallenen Patroklos schildert. Sie prägt als Wahlspruch des ritterlichen Mannes den seit Jahrtausenden von allen Erziehern zitierten Vers αἰὲν ἀριστεύειν καὶ ὑπείροχον ἔμμεναι ἄλλων, den außer Kurs zu setzen der Gleichmacherei der neuesten pädagogischen Weisheit vorbehalten blieb. In diesem Satz faßt der Dichter die erzieherische Gesinnung des Adels kurz und treffend zusammen. Als Glaukos dem Diomedes auf dem Kampfplatz gegenübertritt und sich als ebenbürtigen Gegner vorstellen will, zählt er nach homerischem Brauch seine berühmten Vorfahren auf, dann fährt er fort: "Mich aber erzeugte Hippolochos, von ihm leite ich meine Herkunft ab. Als er mich nach Troja schickte, gab er mir oftmals die Mahnung, immer um den Preis der höchsten Mannestugend zu ringen und es allen anderen zuvor zu tun". Schöner kann nicht ausgedrückt werden, wie das Gefühl des edlen Wettstreits den jungen Helden anfeuert. Für den Dichter des elften Buchs der Ilias war dieser Vers schon ein geflügeltes Wort. Er schuf eine parallele Abschiedsszene beim Auszug Achills, wo ihm sein Vater Peleus die gleiche Mahnung mitgibt."

Werner Jaeger, Paideia. Die Formung des griechischen Menschen. Erster Band, 2. Auflage, Berlin und Leipzig: Walter de Gruyter 1936, S. 29 f.