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Wilhelm Lehmbruck, Bathseba

Batseba wird gesehen - von den Malern

Unter den vielen Bildern, die die Maler im Laufe der Jahrhunderte von der nackt badenden Batseba geschaffen haben, gibt es zwei, die Batseba den Spiegel vorhalten, so dass sie sich selbst sehen kann. Hans von Aachen stellte 1613 hinter ihre nackte Gestalt, die sich hell von der dunklen Wand eines dämmerigen Raumes abhebt, eine alte Frau. Die hält der Badenden einen Spiegel vor, in dem ihr Gesicht seitenverkehrt dem Betrachter zugewandt erscheint. Dieser täuschende Spiegel ist eine allegorische Anspielung auf den trügerischen Glanz von Jugend und Schönheit, deren Vergänglichkeit in der Gestalt der Alten verkörpert ist.

Das zweite Bild stammt von Wilhelm Lehmbruck und wurde 1913 von ihm gemalt, so dass sich ein Bogen von dreihundert Jahren Kunstgeschichte über beide Bilder spannt. Lehmbruck will mit dem fast identisch gemalten Spiegelbild die Selbstverliebtheit Batsebas zum Ausdruck bringen, die erst durch ihre Mutterschaft überwunden wird. Auch dieses Themas nehmen sich die Maler an: Batseba wird, nach großer Trauer über das verlorene Kind, als stolze Mutter ihres Sohnes Salomo gezeigt, die sich bei David mit Unterstützung des Propheten Nathan erfolgreich für dessen Thronnachfolge einsetzt.

Im Doppelporträt der beiden Liebenden David und Batseba lässt Marc Chagall 1956 die beiden Gesichter zu einem ausdrucksstarken Gesicht verschmelzen, was den Kern ihrer Liebesgeschichte trifft. Zwei, die einander so ähnlich und in Liebe verbunden sind, verbürgen königliche Zukunft.